Notenberechnung beim Medizinertest

TMS Ergebnisbogen

Damit am Ende so ein fertiges Ergebnis wie im Bild entsteht werden mehrere Schritte durchlaufen.

Wie wird der Prozentrang berechnet?

Multiple Choice Aufgaben

Am Anfang steht natürlich erstmal dein Kreuz im Multiple-Choice-Test. Bei den meisten Aufgabengruppen musst du davon insgesamt 20 machen. Je nachdem, wieviele Richtige du hast, erhältst du für jede gelöste Aufgabe Punkte. Sagen wir mal, du erreichst 17 von 20 Punkten in der Aufgabengruppe „Schlauchfiguren“.

Anpassung der Bewertung anhand der Gesamtergebnisse

Die Testentwickler haben allerdings das Problem, alle Aufgabengruppen fair miteinander zu vergleichen. Möglicherweise ist es ja in diesem Jahr so, dass die Schlauchfiguren eigentlich besonders schwer waren und die meisten Teilnehmer nur 13 Punkte hatten, du aber mit deinen 17 extrem herausstichst. Bei anderen Aufgabengruppen wärst du mit 17 Punkten dagegen nur im Mittelfeld. Also hat sich ITB Consulting einen Kniff ausgedacht: Es wird ein Median gebildet, also der Punktwert für den genau die Hälfte aller Teilnehmer einen besseren bzw. schlechteren Wert haben. Es folgt etwas höhere Mathematik. Die Ergebnisse werden anhand einer eulerschen Funktion mit der Standardabweichung von 10 aufgetragen, wodurch sich dank der Stochastik ein ziemlich homogenes Bild ergibt (siehe unten). Angenommen, der Medianwert beträgt 14. In diesem Fall hätte genau die Hälfte aller Teilnehmer 14 Punkte oder besser geschafft – die andere Hälfte wäre schlechter.

Häufigkeit der Testergebnisse in Abhängigkeit vom erreichten Standardwert

14 richtige Antworten entsprechen nun dem Standardwert von 100. Du lägst mit deinen 17 Punkten also wahrscheinlich mindestens bei 110. Und nun kommt die Crux der ganzen Rechnerei: Dadurch, dass mit einer genau definierten Standardabweichung (=10) gerechnet wird, kann man für jeden Standardwert eine genaue Prozentzahl derer sagen, die schlechter bzw. besser waren. In der markierten Fläche (Standardwerte zwischen 90 und 110) liegen beispielsweise 68% aller Teilnehmer (jeweils 34% auf der einen bzw. anderen Seite von 100). In dem Feld zwischen 80 und 90 liegen nur noch 14% aller Teilnehmer, genau wie in dem Feld zwischen 110 und 120. Es bleiben nach Adam Ries nun nur noch 4% übrig. Diese 4% sind die Extremisten unter den Teilnehmern: Sie liegen am Anfang und am Ende des Spektrums unter der 80 bzw. jenseits der 124.

Kurzum: Mit einem Standardwert von 100 lässt du genau 50% der Konkurrenz hinter dir. Da wir für dich aber von einem Standardwert von 110 ausgehen, lässt du nun schon 88% aller Teilnehmer hinter dir alt aussehen – zumindest im Untertest „Schlauchfiguren“. ITB Consulting veröffentlicht jedem Teilnehmer praktischerweise die genauen Durchschnittswerte des Tests. Die hier gezeigten Werte gelten für das Jahr 2012.

Beispiel von Prüfungsergebnissen

Berechnungerreichte Punktzahlen aller Testteilnehmer (links) und dein Ergebnis (rechts)

 

Wie wird das Notenäquivalent berechnet?

Das Notenäquivalent wird genauso berechnet. Interessanterweise weisen die Abiturnoten jedes Jahr die gleiche Streuung auf, wobei die meisten Schüler ein durchschnittliches Abitur erreichen (2-3). Nur die wenigsten erreichen tatsächlich Notenschnitte von 4,0 oder 1,0. ITB Consulting nimmt nun einfach die Eulerschen Funktionen des letztjährigen Abiturs und des diesjährigen TMS und legt sie einfach gesprochen übereinander. Danach wird nach dem gleichen Schema wie oben der Standardwert in in eine Note umgerechnet.

 

Was ist bei der Aufgabengruppe „konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“ anders?

An der Notenberechnung ändert sich rein garnichts. Der Unterschied liegt in der Natur der Übung: Während es bei allen anderen Aufgabengruppen keinen Abzug für falsche Antworten gibt, soll man in dieser Aufgabe eben sorgfältig arbeiten und keine Fehler machen. Fehler werden nämlich von der erreichten Punktzahl abgezogen. Daher: In allen Aufgabengruppen IMMER alle Kreuze setzen, selbst wenn ihr keine Zeit mehr zum Bearbeiten habt (RATEN!) – in 20% aller Fälle werdet ihr ein Kreuz richtig setzen. In der Aufgabengruppe „konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“ dagegen langsamer und bedachter vorgehen, um Fehler zu vermeiden.